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Kahlschlag bei wohnortnaher Versorgung: Bundesweit ein Drittel aller Geburtenkliniken seit 1998 geschlossen

Harzkreis. Ein Drittel der Abteilungen für Frauenheilkunde sind seit 1998 an deutschen Krankenhäusern geschlossen worden, in derselben Zeit wurde nahezu die Hälfte der Stationsbetten in diesem Bereich gestrichen.

In Sachsen-Anhalt verringerte sich deren Zahl von 35 im Jahr 1998 auf nur noch 23 im Jahr 2018. Das hat die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des LINKE-Bundestagsabgeordneten Jan Korte einräumen müssen.

Der Abgeordnete, der im Deutschen Bundestag die Regionen Anhalt und Harz vertritt, führt zu den Ergebnissen seiner Anfrage weiter aus:

„Ausgerechnet in der medizinischen Versorgung von Frauen ist in zwanzig Jahren doppelt so viel gestrichen worden, als im Durchschnitt der Krankenhäuser. Wir meinen: Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass Krankenhäuser weder Angebot noch Qualität an der Wirtschaftlichkeit von Abteilungen festmachen, sondern am Bedarf in der Bevölkerung", erklärt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, „und erst recht darf die Behandlung oder die Verweildauer von Müttern auf der Station nicht daran festgemacht werden, ob sie lukrativ ist oder nicht.“

In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung auf Hilfsprogramme für kleinere Krankenhäuser oder zur Förderung von Pflegepersonal und Hebammen. Zudem verweist sie auf die Zuständigkeit der Länder für Investitionen. Die Anreize für eine gewinnorientierte Ausrichtung der Krankenhäuser aber hat sie mit dem System der Fallpauschalen selber geschaffen. „Es ist geradezu absurd, an diesem System festzuhalten und seine Löcher ständig mit Förderprogrammen zu flicken, oder - wie aktuell - in einer Krise drei Milliarden Euro reinzubuttern“, meint Korte daher.


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