Skip to main content

 

Bewährtes fortsetzen.
Angefangenes weiterführen.
Neues auf den Weg bringen.

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger,


ich möchte auch in der neuen Legislaturperiode im Landkreis Wittenberg als Ihr Landrat tätig sein. Ich vertraue darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger des Kreises an den Entscheidungen vor Ort mitwirken, Demokratie leben, respektvoll und tolerant miteinander umgehen wollen und allen rechtsextremen Absichten eine Absage erteilen.


Ich möchte, dass sich der Landkreis Wittenberg zu einem Kreis weiterentwickelt, in dem alle Generationen gut leben, lernen und arbeiten können. Wir brauchen interessante und gute Angebote für unsere Jüngsten in den Kitas. Schulstandorte müssen gesichert werden, damit der Tagesablauf unserer Kinder und Jugendlichen auch noch Zeit für Erholung sowie sportliche oder künstlerische Freizeitbeschäftigung bietet.


Der öffentliche Personennahverkehr braucht flächendeckend gute Verbindungen und muss bezahlbar bleiben. Barrierefreiheit in allen Bereichen des Zusammenlebens im Kreis für unsere älteren Mitbürgerinnen und Bürger, für Behinderte und Familien mit Kleinkindern ist ein weiteres wichtiges Ziel für mich. Alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens müssen für alle barrierefrei zugänglich werden.


Auch künftig setze ich mich für Arbeitsplätze ein, von denen die Menschen auch leben können, und die Ansiedlung von Unternehmen, die innovativ sind und Werte schaffen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie regionale landwirtschaftliche Erzeuger sollen gestärkt und bei der Vermarktung ihrer Produkte in der Region unterstützt werden. Der Anteil erneuerbarer Energien soll weiter wachsen und für alle bezahlbar bleiben.


Wir brauchen in unserem Kreis auch neue Chancen für viele, die bereits lange ohne Arbeit sind. Ich setze mich weiter dafür ein, dass sie sozial gut betreut werden und unser Kreis neue Möglichkeiten gut bezahlter öffentlicher Beschäftigung entwickelt.  


Die Vorbereitung und Durchführung des Reformationsjubiläums 2017 betrachte ich als nationalen und internationalen kulturpolitischen Höhepunkt. Dazu brauchen wir ein gemeinsames, umfassendes Kultur- und Tourismuskonzept, damit die Bürgerinnen und Bürger des Kreises sich in dieses Ereignis aktiv einbringen können. 


Viele Probleme können wir nur lösen, wenn wir die Zusammenarbeit der Kommunen innerhalb des Kreises sowie über die Kreisgrenzen hinweg, insbesondere mit Dessau-Roßlau und Anhalt-Bitterfeld weiterentwickeln. 


Für diese Vorhaben stehe ich. Lassen Sie uns diese gemeinsam umsetzen.

Zur Person

Schon während meiner Ausbildung als Betriebsschlosser für Landtechnik konnte ich unter Beweis stellen, dass ich kräftig zupacken kann. 


Nach dem Abitur absolvierte ich ein Hoch­schulstudium, das ich als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler abschloss. Seit 1974 bin ich in der Kommunalpolitik tätig. 
Am 6. Mai 2007 wurde ich zum Landrat des Landkreises Wittenberg gewählt. Am 25. Mai 2014 werde ich mich erneut zur Wahl stellen. Mein Ziel ist es, Ange­fangenes zu Ende zu führen, Bewährtes fortzusetzen, Neues auf den Weg zu bringen. 


In Wittenberg hat sich in den vergangenen sieben Jahren viel getan. Besonders wichtig finde ich, dass wir auch sogenannte freiwillige Aufgaben, für die den Kommunen in der Regel das notwendige Geld fehlt, erfüllen konnten. So haben wir zum Beispiel mehr in den Kinder- und Jugendsport investiert, fördern ein Mehrgenerationen- und ein Frauenhaus. Und es ist uns gelungen, in unserem Bildungszentrum Lindenfeld die Musikschule, die Volkshochschule und das Kreismedienzentrum unter einem Dach zu vereinen. In die Schulen des Landkreises wurden in den vergangenen sieben Jahren über 10 Millionen Euro investiert.


Wie das geht bei den knappen Finanzen? Es ist in der Tat nicht leicht, aber man kann als Kommunalpolitiker trotzdem einiges bewegen. Man braucht realistische Ziele, kreative Ideen und nicht zuletzt starke Nerven. All das habe ich in den vergangenen Jahren gehabt. Und will es auch in den kommenden sieben Jahren einsetzen.


Es geht um die Menschen!


Jürgen Dannenberg ist seit 2007 Landrat in Wittenberg. Am 25. Mai tritt er wieder zur Wahl an. Was hat sich in den vergangenen sieben Jahren getan, und was hat sich der Landrat für die Zukunft vorgenommen?



Herr Dannenberg, warum ist es wichtig, Sie zu wählen?
Für meine Wiederwahl habe ich drei Überschriften: Angefangenes zu Ende führen! Bewährtes fortsetzen! Neues auf den Weg bringen! Wir haben zum Beispiel angefangen, darüber nachzudenken und mit dem Unternehmen darüber zu verhandeln, wie wir als Gesellschafter unseren kommunalen Einfluss auf dem Gebiet der Abfallentsorgung erhöhen können. Fortsetzen werden wir das erfolgreiche EU-Gemeinschaftsprojekt LEADER, das es uns unter anderem ermöglicht, trotz Finanzknappheit auch weiterhin sogenannte freiwillige Aufgaben zu erfüllen. Wir haben zum Beispiel 10.000 Euro mehr in den Kinder- und Jugendsport investiert, fördern ein Mehrgenerationen- und ein Frauenhaus. 


Und der Blick in die Zukunft?
Ich werde an meiner „Vision 2025“ weiterarbeiten. Das ist eine Studie zur Entwicklung der Region bis 2025, die ich angesichts der demografischen Entwicklung in Auftrag gegeben habe. Der Bevölkerungsrückgang ist dramatisch. Wir brauchen nachhaltige Entwicklungsprogramme, müssen uns für die Zukunft besonders Gedanken machen über Bildung, Arbeit, regenerative Energien. Außerdem habe ich ein Ziel vor Augen, das nicht kurzfristig zu realisieren ist, das ich aber nicht aus dem Blick verlieren werde: die Rekommunalisierung des ÖPNV. 


Welche Rolle spielt die Bundes- oder Landespolitik in Ihrer Arbeit? 
Vorhin sprachen wir von den freiwilligen Aufgaben. An erster Stelle stehen aber die Pflichtaufgaben, die uns der Bund und das Land vorgeben und die wir natürlich auch erfüllen wollen. Das ist gar nicht so leicht. Wenn zum Beispiel das Land Sachsen-Anhalt Schulschließungen beschließt, werden die Wege für die Kinder weiter. Das Geld für die längeren Schultransporte kommt aber nicht vom Land, das muss der Landkreis bereitstellen. Oder die Unterbringung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern – da erfüllt Wittenberg einen Auftrag des Bundes. Mit der Finanzierung werden wir aber im Wesentlichen allein gelassen. Trotzdem konnten wir gemeinsam mit vielen Helfern in einem Häuserblock in Vockerode Wohnungen sanieren und komplett möblieren. Vockerode ist eine Etappe unseres Zieles, Flüchtlinge dezentral, also nicht in Heimen unterzubringen. Zuerst gab es Vorbehalte bei Anwohnerinnen und Anwohnern. Unsere Devise war: mitnehmen und einbeziehen. Heute sind sie an unserer Seite. Wir haben die Asylbewerber mit Sportschuhen ausgerüstet, jetzt spielen einige von ihnen als Stammspieler in der Fußballmannschaft des Ortes mit. Sie haben beim Hochwasser Sandsäcke geschleppt. Ich glaube, auch diese Normalität hilft gegen Ausgrenzung.


Wittenberg hat ein bedeutsames historisches und kulturelles Erbe. Inwieweit beeinflusst dies das Klima in der Stadt? 
Wir werden im Jahr 2017 in Wittenberg das 500-jährige Reformationsjubiläum begehen. Der Kirchentag findet hier statt. Wir erwarten bis zu 350 000 Besucher – die Welt wird bei uns zu Gast sein. Zum Landkreis Wittenberg gehört auch eines der ersten Konzentrationslager, das die Nazis errichteten, die Lichtenburg. Heute ist sie eine Gedenkstätte, in der Schulungen organisiert werden und eine Dauerausstellung an die vielen Opfer erinnert. Wir setzen auf Aufklärung und Bildung. Sehr stolz sind wir auf unser Bildungszentrum Lindenfeld, in dem die Musikschule, die Volkshochschule und das Kreismedienzentrum unter einem Dach vereint sind.


Ihr Amt ist manchmal sicherlich auch anstrengend. Von Luther stammt der Spruch „Anstrengungen machen gesund und stark.“ Hat er Recht?
Ja. Vor allem, wenn diese Anstrengungen erfolgreich sind. Viele sagen, aufgrund der schlechten finanziellen Situation könne man kaum etwas bewegen. Aber das stimmt so nicht. Man braucht Ziele, Kreativität und Ideen. Verlässliche Partner und ein gutes Team – da gibt es dann nicht die Frage, zu welcher Partei man gehört. Hier geht es nicht in erster Linie um Parteiprogramme, sondern um Menschen. 


Vielen Dank für das Gespräch.

Zurück zum Kopf der Seite