Entwicklung der ländlichen Räume
DIE LINKE will den Anbau, die Verarbeitung und die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Ernährungswirtschaft mit besonderer Priorität fördern. Es geht uns um die Entwicklung der ländlichen Räume durch die Stärkung der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft auf der Grundlage regionaler Wirtschafts- und Stoffkreisläufe sowie einer ökologisch und bedarfsgerecht ausgerichteten Produktion.
Die Produktion, Vermarktung und vorwiegend eigenbetriebliche sowie regionale Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und Energieträgern sowie Abprodukten der land- und forstwirtschaftlichen Produktion sollen zielgerichtet für die Schaffung weiterer Arbeitsplätze im ländlichen Raum genutzt werden.
Die Stellung der Landwirte am Markt muss gestärkt werden, um der Marktmacht der Nahrungsgüterkonzerne und Handelsketten entgegenzuwirken. Dazu wollen wir die Förderung regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstandorte gezielt ausbauen. Eine zunehmende Konzentration im Bereich der Produktion und Verarbeitung halten wir für kontraproduktiv gegenüber der regionalen Entwicklung. Die Genehmigungsverfahren hinsichtlich zugelassener Betriebsgrößen und Auswirkungen auf die lokalen Unternehmen müssen überprüft werden.
Wir stehen für die Stärkung der Direktvermarktung in der Land-, Forst und Nah-rungsgüterwirtschaft Sachsen-Anhalts unter Beachtung einer standortgerechten Produktion, der Förderung von Kooperationen und der Zusammenarbeit der Direktvermarkter vor Ort.
Die Förderung des Anbaus und der regionalen Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen und Energieträgern sowie von Abprodukten betrachten wir als wesentliche Grundlage zur Sicherung der Rohstoffbasis der einheimischen Wirtschaft.
DIE LINKE wird sich weiterhin für eine soziale und ökologische Landwirtschaft einsetzen. Dazu gehören Mindestlöhne für Bäuerinnen und Bauern ebenso wie Tier- und Naturschutz. Bei der anstehenden Reform der europäischen Agrarpolitik (GAP) müssen Klima-, Natur- und Tierschutz sowie neue Arbeitsplätze statt billige Massenproduktion gefördert werden.
Wir unterstützen Initiativen für gentechnikfreie Regionen im Land und setzen uns für die Stärkung des Rechts auf nationale Anbauverbote in der EU ein. Zulassungs- und Kennzeichnungsvorschriften müssen so streng sein, dass die Interessen der gen-technikfreien Landwirtschaft und Imkerei gesichert bleiben.
Zum Schutz des Waldes als wesentlichem Bestandteil der uns umgebenden Natur und für eine nachhaltige Bewirtschaftung favorisieren wir eine integrierte Forstwirtschaft.
Sanfter Tourismus im ländlichen Raum ist durch das Bewahren und den Schutz einer intakten Natur und Kulturlandschaft sowie durch ein regionales bzw. ortsspezifisches Angebot von Produkten und Leistungen aus der Land- und Ernährungswirtschaft und anderen Bereichen des ländlichen Raumes zu gestalten. Das hohe touristische Potenzial unserer Flussauen an Elbe und Saale darf nicht durch Wasserstraßenausbau- und Kanalbauprojekte gefährdet werden.
Wir setzen uns dafür ein, dass ein Landeskompetenzzentrum für ländliche Räume gebildet wird, das vorrangig der Vermittlung von Erfahrungen und der gezielten Beratung der Akteure vor Ort für die regionale Entwicklung dient.
