Studieren ohne Barrieren – Innovationsfähigkeit ausbauen
Sachsen-Anhalt braucht kluge Köpfe. Bildung ermöglicht jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe an Arbeit, an Demokratie, an Kultur und Kunst und allem anderen, was die Gesellschaft zu bieten hat. Deshalb wollen wir, dass die Zugänge zu akademischer Bildung für immer mehr junge Menschen eröffnet werden. Zugleich wollen wir Barrieren, die am Studieren hindern, Schritt für Schritt abbauen. Vor allem junge Menschen aus den weniger gut betuchten Familien wollen wir für ein Studium gewinnen. Studiengebühren wird es deshalb mit uns nicht geben. Auch Gebühren, die bereits jetzt für viele Studierende eine hohe soziale Hürde sind, das Studium erfolgreich und zügig zu absolvieren, wollen wir schrittweise abschaffen. Zusätzliche Aufnahmekriterien im Hochschulgesetz sollen entfallen.
Derzeit sind die Hochschulen in Sachsen-Anhalt unterfinanziert. Damit wird der Zugang zu hoher Bildung erschwert und die Erfüllung unverzichtbarer Aufgaben der Hochschulen gefährdet. Streichungen an den Hochschulbudgets darf es darum unter den derzeitigen Bedingungen nicht geben.
Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Studierenden mit Bachelorabschluss ihr Studium in einem Masterstudiengang fortsetzen können. Erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen muss der Weg zur Promotion besser als bisher eröffnet, Benachteiligungen müssen überwunden werden. Studieren heißt auch mitzugestalten und mitzubestimmen. Grundsätzliche Fragen über die Entwicklung und die Profilbildung an den Hochschulen sollen durch die demokratisch gewählten Gremien beraten und entschieden werden. Lehre und Forschung sollen familienfreundlich und sensibel für die unterschiedlichen Lebenslagen von Studierenden, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern gestaltet werden – für das Studieren mit Kindern, für das Leben mit Behinderungen oder für finanzielle Notsituationen.
Hochschulen und Forschungsinstitute leisten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft, zu Innovation, sozialer Stabilität und sozialem Fort-schritt. Wir wollen, dass in Sachsen-Anhalt auf der Basis einer soliden Grundlagen-forschung Wissenschaft mehr qualifizierte, dauerhafte Arbeitsplätze schafft, die Nachhaltigkeit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung stärkt, Kultur pflegt und bereichert sowie Demokratie und Weltoffenheit im Land fördert. Das schließt den gesellschaftlichen Diskurs über den verantwortungsvollen Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und das Betreiben von Risikoforschung ein. Die Innovationspolitik des Landes ist auf die Stärkung der Forschungs- und Entwick-lungspotenziale in den Unternehmen zu richten. Die erreichte Technologieführer-schaft auf den Gebieten der regenerativen Energien, der Entwicklung neuartiger Chemie- und Kunststoffe u. a. bestimmen wesentlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes. Die Hochschulen müssen noch besser in die Lage versetzt werden, Wissenstransfer und weitere Kooperationsbeziehungen mit der Wirtschaft bedarfsgerecht und mit hohem Gewinn für die gesellschaftliche Entwicklung insgesamt zu gestalten. Die Stärkung des Innovationspotenzials des Landes erfordert den Ausbau des Sektors der wissenschafts- und forschungsorientierten Unternehmen und der Serviceunternehmen für Technologietransfer, Beratung und Qualifikation. Hier tragen auch die Unternehmen des Landes eine Mitverantwortung.
