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Linken-Fraktionschef Gregor Gysi zum Fall der Familie Nguyen
Brief des Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Gregor Gysi und seines Bitterfelder Fraktionskollegen, Jan Korte an Landrat Uwe Schulze hinsichtlich der drohenden Abschiebung der Familie Nguyen aus Bitterfeld
Gregor Gysi schaltet sich in den Fall in Bitterfeld ein.
„Wir wenden uns an Sie, weil wir in Sorge um die Zukunft der Familie Nguyen aus Bitterfeld-Wolfen sind“. So beginnt der Brief des Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Gregor Gysi und seines Bitterfelder Fraktionskollegen, Jan Korte an Landrat Uwe Schulze hinsichtlich der drohenden Abschiebung der Familie Nguyen aus Bitterfeld.
Wie Jan Korte mitteilte, hat das Schicksal der vietnamesischen Familie, deren drei Kinder Hien, Mai und Hieu in Deutschland geboren sind und nun von der Abschiebung nach Vietnam bedroht sind, nicht nur die Bürgerinnen und Bürger in Bitterfeld, sondern auch das politische Berlin erschüttert.
„Dies war auch der Grund, warum sich Gregor Gysi nun direkt an den Landrat aus Anhalt-Bitterfeld gewandt hat. Denn dieser kann eine zentrale Rolle für den Verbleib der Familie in Bitterfeld spielen“, so Korte.
Derzeit wird über eine Bürgerinitiative, die überparteilich organisiert ist, Geld gesammelt, um eine – wie vom Landrat verlangt – kurzzeitige Ausreise der Familie nach Amsterdam zu realisieren. „Die hätte zur Folge, dass die Familie binnen weniger Stunden deutschen Boden wieder legal betreten dürfte. Derzeit allerdings verhindern bürokratische Abläufe ein schnelles Ende der Odyssee der Familie“, erläutert Korte den letzten Stand der Verhandlungen. So weist Gysi denn auch in seinem Brief an Schulze darauf hin, dass „nicht nur die Eltern, auch die drei Kinder seit Monaten und Wochen in Angst leben“ würden. Darunter würden auch deren schulische Leistungen leiden.
Gysi und Korte hoben in ihrem Schreiben aber auch das Engagement der Bürgerinitiative, des Bürgermeisters Rauball (SPD), der Schule der Kinder und des bitterfelder Sportvereins TSV Einheit 05 hervor und baten zugleich Landrat Schulze, diesem Vorbild folgend, ebenfalls
„alles zu tun, um einen Verbleib der Familie Nguyen in Deutschland zu ermöglichen“.
Eine Antwort haben Gysi und Korte von Uwe Schulze noch nicht erhalten.
„Die Sache hat im politischen Berlin für Aufsehen gesorgt. Bundesinnenministerium, Auswärtiges Amt und die gesamte Fraktion DIE LINKE sind mittlerweile über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Die niederländische Partnerpartei der LINKEN, die Socialistische Partij (SP) hat sich zudem sofort bereit erklärt, sich um eine kurzzeitige Unterbringung der Familie in Amsterdam zu kümmern“,
sagt Korte, der weiterhin, gemeinsam mit der Initiative und Gregor Gysi, für die Familie und für Menschlichkeit kämpfen wird.
