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Fraktion DIE LINKE: PISA verzeichnet leichte Fortschritte - soziale Ungerechtigkeit bleibt Skandal

Matthias Höhn, Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE und bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag erklärt zu den heute vorgestellten PISA-Ergebnissen:

Matthias Höhn, Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE und bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag erklärt zu den heute vorgestellten PISA-Ergebnissen:

Die sozialen Ungerechtigkeiten beim Bildungszugang in Deutschland sind nach wie vor nicht akzeptabel, wenngleich es bei den Leistungen der Schülerinnen und Schüler durchaus den einen oder anderen Lichtblick gibt. Ein kritischer Blick auf das Erreichte ist daher mehr als geboten.

Die einigermaßen respektablen Leistungen in Naturwissenschaften sind erfreulich. Sie können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Deutschland beim Leseverständnis und in der Mathematik nur geringe Fortschritte erreicht werden konnten.

Um zu nachhaltigen Verbesserungen zu gelangen brauchen wir ein geändertes Herangehen an Schule. Der Heterogenität der Lerngruppen muss besser entsprochen werden, innere Differenzierung in den Bildungsangeboten muss entwickelt und ausgebaut werden.
Außerdem muss mehr getan werden, eine neue Lernkultur zu entwickeln, in der die Schülerinnen und Schüler selbst in viel stärkerem Maße als bisher zu Akteuren werden, praktische Erfahrungen machen können und genügend Zeit zum Vertiefen und vor allem Begreifen haben.

Diese inhaltlichen Schritte zur Gestaltung von Schule sehen wir im engen Zusammenhang zu den nach wie vor brennenden Fragen eines sozial gerechten Bildungszugangs. Es ist ein Skandal, wenn in Deutschland Kinder aus Familien der oberen sozialen Schichten eine 2,7-mal höhere Chance ein Gymnasium zu besuchen haben als Kinder eines Facharbeiters. Noch dazu können wir uns einen solchen Umgang mit dem Fachkräftenachwuchs auch ökonomisch nicht leisten.

Das traditionell gegliederte Schulsystem ist offenkundig nicht in der Lage, allen Kindern gleiche Chancen auf hohe Bildung zu eröffnen. Deshalb plädieren wir erneut für ein längeres gemeinsames Lernen in einer Schule für alle Kinder.
Damit diese aber gelingt braucht es die inhaltlichen Reformen von Schule, die differenzierte Bildungsangebote ermöglichen.

Die relativ guten Ergebnisse in den Naturwissenschaften sollten Anlass sein, hier mehr zu tun, um diese guten Startbedingungen besser zu nutzen für einen kräftigen Schub bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses.“

Magdeburg, 4. Dezember 2007

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