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Fraktion DIE LINKE: Ohne Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft keine Zukunftsfähigkeit

Zu Firmengründungen aus Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Dr. Frank Thiel:

Zu Firmengründungen aus Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Dr. Frank Thiel:

„Im Übergang zur wissensbasierten Produktionsweise ist die enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft unerlässliche Vorraussetzung. Innovation und die Entwicklung neuer Produkte - vor allem unter dem Aspekt, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln - ist für DIE LINKE genau der Wachstumspfad, der gerade im Osten dringend begangen werden muss.

Eine deutliche Schwäche der Innovationslandschaft in Sachsen-Anhalt ist die niedrige Forschungs- und Entwicklungsintensität (der Anteil der hoch qualifizierten Beschäftigten mit Forschungs- und Entwicklungsfunktionen im verarbeitenden Gewerbe), welche in Sachsen-Anhalt unter dem Schnitt der neuen Bundesländer und weit unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt liegt.
Da wird von der Landesregierung mit den benannten absoluten Zahlen nur die halbe Wahrheit abgebildet. Zum einen liegt das Problem darin begründet, dass viele der kleinen und mittleren Unternehmen vergleichsweise wenig in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten investieren können. Gleichzeitig ist insbesondere der industrielle Sektor durch große Unternehmen geprägt, deren Hauptsitze - in welchen die Forschungsaktivitäten vornehmlich stattfinden - außerhalb Sachsen-Anhalts liegen. Die Forschungs- und Entwicklungspotenziallücke zu den alten Bundesländern beträgt immer noch 45 %, und sie wäre noch wesentlich größer, gäbe es nicht die staatliche Förderung für Forschungs- und Entwicklung.
 
Die erfolgreiche Teilnahme an Bundesprojekten (InnoREGIO, NEMO, Innovationsforen, regionale Wachstumskerne, NEMAT) basiert auf dem persönlichen Engagement weniger Personen und nicht auf einer Innovationsstrategie des Landes. Es gibt seit 2007 eigentlich auch keine wirtschaftsnahe Technologietransferstruktur mehr, die vom Land unterstützt wird. Alle kleinen Einrichtungen, wie Technologie- und Gründerzentren (TGZ), versuchen sich  selbst am Leben zu halten. Finanziellen Spielraum haben einige größere Zentren und hier insbesondere die Zentren in Halle und Magdeburg, die in das wirtschaftliche Risiko gehen, große Projekte im Wettbewerb zu anderen Regionen zu entwickeln und einzuwerben.

Die einseitige Orientierung des Wissenstransfers Wirtschaft-Wissenschaft an den Hochschulen muss auch aus Sicht der LINKEN verändert werden. Hier sind bestehende Firmennetzwerke konsequenter einzubinden.
 
Positiv sind die benannten Firmenentwicklungen aus Netzwerken heraus zu bewerten. Dennoch sind einige darunter, die nach ihrer erfolgreichen Ausgründung nicht unwesentliche wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten, ihre Produkte auch im Osten umzusetzen. Noch viel zu häufig ist die Tatsache zu verzeichnen, dass innovative Verfahren in Sachsen-Anhalt mit großzügiger staatlicher Förderung entwickelt wurden, die nachhaltige Produktentwicklung und Vermarktung sowie die Schaffung anspruchsvoller Arbeitsplätze aber dann aufgrund der finanzschwachen ostdeutschen Unternehmen in anderen Regionen erfolgte. DIE LINKE erwartet hier von der Landesregierung konsequenteres und wirksameres Agieren, eine Innovationsstrategie des Landes gehört endlich auf den Tisch.“

Magdeburg, 07. Oktober 2008

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