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Fraktion DIE LINKE: Keine Feldversuche und Experimente mit Demenzkranken



Demenzerkrankung ist ein sensibles Thema, und so sollte auch damit umgegangen werden. Soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen, bezogen auf immer wieder wechselndes Situationsverhalten der erkrankter Patienten, viel Geduld und auch persönliche Zurückhaltung in alltäglichen Konfliktsituationen, in die Demenzkranke häufig geraten können - das  sind einige wenige Fähigkeiten, die mögliche Betreuungspersonen als Rüstzeug schon als Voraussetzung für eine intensive Qualifikation mitbringen sollten.

Von Pflegeassistenten sollten verschieden Therapieformen wie Gedächtnistraining, Biografiearbeit, Validation (bestimmte Kommunikationsform)  und eine ganz einfache alltägliche Kommunikation gelernt und praxisnah angewandt werden können. Pflegeassistenten müssen in der Lage sein, den täglichen Tagesablauf mit den Demenzkranken neu zu koordinieren, weil man auf Grund der Erkrankung kaum keine feste Vorlesezeiten vereinbaren kann oder sie auch von einer Minute zur anderen Depressionen bekommen können.

Deshalb ist es unverständlich, dass die Bundesagentur für Arbeit  Langzeitarbeitslosen nur einen Kurzkurs von 160 Stunden anbieten will, um sie für Pflegeassistenz-Jobs fit zu machen. Da ist dem Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft nur zuzustimmen, wenn er sagt: "Demenz gleichzusetzen mit Basteln, Vorlesen und Spazieren ist eine Unverschämtheit."

Für DIE LINKE steht außer Frage: Wenn von der Bundesagentur für Arbeit überhaupt Langzeitarbeitslose als Pflegeassistenten zur Betreuung Demenzkranker eingesetzt werden, dann entweder arbeitslose PflegerInnen mit individueller intensiver Schulung oder aber - bei vorhandenem Bedarf - nach einer intensiven  Berufsqualifikation, bezogen auf  die zu betreuenden Patienten.

Im Interesse der Demenzkranken ist es zudem erforderlich, dass Pflegeassistenten dauerhaft für die Patienten da sind und die Bezugsperson nicht nach einem halben Jahr eine andere ist, wie dies bei Ein-Euro-Jobs erfolgen würde.

Es ist für DIE LINKE eine akzeptable Entscheidung der Landesarbeitsagentur Sachsen-Anhalt/Thüringen, wenn im Falle eines Bedarfs von Pflegeassistenz auf die 2.100 ausgebildeten arbeitslosen AltenpflegerInnen zurückgegriffen wird, die natürlich auch eine intensive individuelle Schulung absolvieren sollten, um ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu intensivieren und die entsprechende Therapieformen erlernen müssen.“

Magdeburg, 19. August 2008

Heidelinde Penndorf
gesundheitspol. Sprecherin </o:p>

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