Skip to main content

Detailansicht

Fraktion DIE LINKE: Hochschulen des Landes chronisch unterfinanziert

Die Landtagsfraktion der LINKEN und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt veranstalten am Sonnabend, 08. 11. 2008, um 10.00 Uhr im Landtag eine hochschulpolitische Konferenz unter dem Thema „Innovationscenter Hochschule – zwischen Autonomie und Finanznot?“. Dazu erklärt im Vorfeld der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Hendrik Lange:

 Die Landtagsfraktion der LINKEN und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt veranstalten am Sonnabend, 08. 11. 2008, um 10.00 Uhr im Landtag eine hochschulpolitische Konferenz unter dem Thema „Innovationscenter Hochschule – zwischen Autonomie und Finanznot?“. Dazu erklärt im Vorfeld der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Hendrik Lange:

„Der in Deutschland wiederholt zur Chefsache erklärte Aufschwung in Sachen Bildung verlangt konkrete politische Schritte. Die Fraktion DIE LINKE will gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ihre hochschulpolitischen Ansätze auch im Zusammenhang mit der derzeit durchgeführten Zwischenevaluation der Zielvereinbarungen der Hochschulen mit dem Land und der von der Landesregierung angekündigten Novelle des Hochschulgesetzes in die gesellschaftliche Debatte einbringen. Dazu hat die Fraktion am 04. November 2008 ein Thesenpapier verabschiedet (siehe Anlage).

Auch in Sachsen-Anhalt sind die Hochschulen unterfinanziert. Selbst nach den knappen Berechnungen des Wissenschaftsrates reichen die eingesetzten Ressourcen bei weitem nicht, um die mit dem Bologna-Prozess einhergehenden Qualitätsstandards für die Bachelor- und Master-Studiengänge durchgängig und nachhaltig zu sichern, wenn die derzeitige Studierendenzahl von gut 50.000 gehalten werden soll. Dafür sprechen wir uns im Interesse einer umfassenden gesellschaftlichen Innovation, der Stärkung der wirtschaftlichen und kulturellen Potentiale des Landes sowie seiner demokratischen und sozialen Entwicklung aus.

Erfolgreiches Studium darf künftig in Sachsen-Anhalt nicht an überfüllten Hörsälen und Seminaren, mangelnden Labor- und Praktikakapazitäten oder anderen Engpässen scheitern.

  • Wir unterstützen deshalb die Forderungen nach einem stärkeren Engagement des Bundes für die akademische Bildung im Sinne eines Nationalen Bildungspaktes.
  • Gleichermaßen muss ein sinnvoller Finanzausgleich zwischen den Ländern gestaltet werden, der dazu beiträgt, Bildungskosten fair zu verteilen.
  • Auch das Land soll den Budgetanteil für die Hochschulbildung angemessen aufstocken.

Bildungsfinanzausgleich und Bundesförderung sollen an den erreichten Studierendenzahlen festgemacht werden.

Die Fraktion spricht sich nachdrücklich für demokratisch verfasste Hochschulen und einen freien Hochschulzugang aus. Die Wahrung der Hochschulautonomie – eine für uns unverzichtbare Voraussetzung für die Freiheit von Lehre und Forschung – erfordert aus unserer Sicht den Ausbau der Demokratie im Inneren der Hochschule, die Einbeziehung aller Statusgruppen.

Hochschulen sollen allen offen stehen, die nach wissenschaftlicher Erkenntnis, nach hoher Bildung und fachlicher Qualifikation streben. In diesem Sinne fordern wir, eine anspruchsvolle abgeschlossene berufliche Ausbildung als gleichberechtigten Hochschulzugang anzuerkennen und mehr zu tun, dass dieser Weg in weit stärkerem Maße als bisher beschritten wird.
Studiengebühren und zusätzliche Eignungskriterien oder Aufnahmetests lehnen wir ab.
Die Ausbildungsförderung soll schrittweise ausgebaut werden, damit ein selbstbestimmtes zielstrebiges Studium möglich wird.

Die Fraktion unterstützt alle Bemühungen, die Qualität der Lehre zu erhöhen. Eine unverzichtbare Grundlage ist für uns dabei, die Einheit von Lehre und Forschung zu bewahren und weiter auszubauen. Studium muss ebenso unlösbar mit wissenschaftlicher Arbeit verknüpft sein wie Lehre mit eigener Forschung. Die sich abzeichnende Verschulung mancher Studiengänge halten wir für einen falschen Weg.
Wir sprechen uns für eine Schärfung des wissenschaftlichen Profils und den Ausbau der Forschungskapazitäten an den Fachhochschulen sowie für ein eigenes Promotionsrecht dieser Hochschulen aus.

Die Fraktion DIE LINKE sieht in den Hochschulen ein unverzichtbares Potential für eine dynamische Entwicklung des Landes. Die Verbindungen von Wissenschaft, Forschung und Lehre mit der Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen soll nachhaltiger und produktiver gestaltet werden. Herausragende Ideen und hohe Qualifikation sollen durch gezieltere Förderung stärker zu Buche schlagen.
Besondere Aufmerksamkeit richtet die Fraktion auf die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs. Schwerpunkte bilden aus ihrer Sicht die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, weiterer pädagogischer und sozialpädagogischer Fachkräfte sowie von Fachkräften auf den Gebieten Ingenieurwissenschaft, Naturwissenschaft, Mathematik und Informationswissenschaften."

Magdeburg, 6. November 2008

Zurück zum Kopf der Seite