Skip to main content

Detailansicht

27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt der Kreisvorsitzende Mario Blasche:

Bereits zum 13. Mal wird nach Proklamation durch den Bundespräsidenten Roman Herzog im Jahre 1996 bundesweit auf Gedenkveranstaltungen den Opfern des Holocaust und des Nationalsozialismus gedacht. In diesem Jahr fällt der Gedenktag mit einem besonderen Datum zusammen, welches zeitlich als auch historisch in einem engen Zusammenhang mit dem 27. Januar steht. Der 75. Jahrestag der Machtübernahme Adolf Hitlers.  

Der 30. Januar 1933 ist der Tag, an dem Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde und der den Beginn einer zwölfjährigen Schreckensherrschaft der Faschisten darstellt. Sie führte in den Zweiten Weltkrieg mit etwa 60 Millionen Opfern und in den Holocaust, der etwa 6 Millionen europäischen Juden das Leben kostete. 

Das Erinnern stellt die menschliche Brücke aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft dar. Das Wissen und die Kenntnis historischer Zusammenhänge lässt uns Lehren für die Gestaltung des Heute und des Morgen ziehen. Um so unverständlicher, die nicht abreißen wollenden Meldungen über rechte Aufmärsche, rechte Propaganda  und vor allem rechte Gewalttaten. Erschreckend ist besonders die Tatsache, dass es zumeist Jugendliche oder junge Erwachsene sind, die sich vom menschenverachtenden Gedankengut aber auch einem geschichtsrevisionistischen Weltbild der geistigen Brandstifter infizieren lassen und in der Folge auch bereit sind, Straf- und Gewalttaten zu verüben. Sicher sind bekennende und aktive Rechtsextreme nach wie vor eine Minderheit in diesem Lande. Aber es ist ebenso eine Tatsache, dass ihre Parolen eine breiter werdende Resonanz finden und dies in allen gesellschaftlichen Milieus.  

Dringender denn je ist hier die Zivilgesellschaft gefordert, dieser Entwicklung entschieden entgegen zu treten, um zu vermeiden, dass sich vorhandene rechtextreme Strukturen in unserem Land weiter festigen und neue entstehen. Alle demokratische Kräfte müssen durch entschlossenes Handeln zeigen, dass es sich lohnt für eine weltoffene und den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft zu streiten, in der ein jeder seinen Platz finden kann. Nicht nur Institutionen, Initiativen und Projekte sind hier gefragt, sondern ein jeder von uns kann hier in seinem Wirkungsfeld einen Beitrag leisten.  

Ein Teil der Stendaler Bürgerschaft hat am 29. Dezember 2009 unter dem Motto „Bunt statt Braun“ gezeigt, dass Stendal durch seine Vielfalt gewinnt. Zeigen wir am bevorstehenden Gedenktag, auch durch das Erinnern an die Greueltaten des deutschen Faschismus, dass in Stendal künftig kein Platz sein soll, für nationalistische, menschenverachtende und antisemitische Parolen. 

Zurück zum Kopf der Seite