Pflegebedürftigkeit darf nicht arm machen – Landespflegegeld ist nötig

Monika Hohmann

Zum Anstieg der Eigenanteile in der Pflege sagt Monika Hohmann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende:

„Pflegebedürftigkeit ist längst ein riesiges Armutsrisiko. Die Menschen werden mit den immer weiter steigenden Eigenanteilen allein gelassen. Selbst ein lebenslang geführtes Sparbuch ist bei den jetzigen Zuzahlungen schnell leer geräumt. Deshalb braucht es eine Pflegevollversicherung, um die Anteile zu senken. Eine Vollversicherung ist finanzierbar, wenn die Beitragsbemessungsgrenze abgeschafft wird und auch leistungslose Einkommen, also Kapitalerträge, herangezogen werden.

In Sachsen-Anhalt sind die Eigenanteile für Pflegebedürftige massiv angestiegen. Zwischen 2023 und 2024 stieg der pflegebedingte Eigenanteil in stationären Einrichtungen um satte 20 Prozent – von durchschnittlich 2.270 Euro auf 2.720 Euro monatlich. Damit hat sich der Eigenanteil in den letzten sechs Jahren verdoppelt (2019: 1.450 Euro im Monat). 

Diese Entwicklung ist sozialpolitisch unverantwortlich. Die Landesregierung soll sich für die Deckelung der Eigenanteile einsetzen. Außerdem fordern wir ein Landespflegegeld von 1.500 Euro pro Pflegegeldjahr, um den Pflegebedürftigen wenigstes etwas finanzielle Selbstbestimmung zu bewahren.“