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Fraktion DIE LINKE: Strukturelle Probleme des Arbeitsmarkts endlich in Angriff nehmen - Berliner Erfahrungen nutzen

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Monat Oktober 2007 erklärt die arbeitsmarktpol. Sprecherin der Fraktion Sabine Dirlich:

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Monat Oktober 2007 erklärt die arbeitsmarktpol. Sprecherin der Fraktion Sabine Dirlich:

„Bei aller Freude über insgesamt sinkende Arbeitslosenzahlen – Grund zum Jubel gibt es nicht. 184.654 gemeldeten Arbeitslosen stehen gerade einmal 17.752 Stellenangebote gegenüber. Noch immer sind Frauen mit 52,6 % deutlich stärker betroffen als Männer.

Das eigentliche strukturelle Problem aber verdeutlichen die Zahlen der Arbeitslosen die 50 Jahre und älter sind. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat angestiegen, 54.098 Menschen sind betroffen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind mehr als bescheiden.
Das unterstützt die Forderung, das Arbeitslosengeld I länger zu zahlen, aber die eigentlichen Probleme sind damit nicht gelöst.

DIE LINKE erneuert ihre Forderung an die Landesregierung, endlich mit Konsequenz andere Wege bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu gehen.
Zum Projekt Bürgerarbeit wurde de facto leise Servus gesagt. Die Notwendigkeit aber, öffentliche Beschäftigung in Breite zu fördern, bleibt – die Zahlen sprechen für sich.

Die Landesregierung ist gut beraten, sich das Herangehen des Berliner Senats an die Problematik etwas genauer anzusehen und auch für Sachsen-Anhalt umzusetzen. Dort wurden die Grundlagen zur Umsetzung der Finanzierung eines »Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors« (ÖBS) geschaffen und der Weg frei gemacht für innovative Projekte, die insbesondere Langzeitarbeitslosen neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu tariflichen Bedingungen bieten sollen. Berlin konzentriert sich auf gesellschaftlich wichtige und sinnvolle Arbeit, beispielsweise Serviceangebote für ältere Menschen oder interkulturelle Bildungs- und Nachbarschaftsprojekte. Bis zum Jahr 2010 sollen damit ca. 10.000 neue Stellen geschaffen werden.

Angesichts der Tatsache, dass Sachsen-Anhalt die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer ausweist, steht die Frage: Sollte das hier so völlig unmöglich sein?“

Magdeburg, 30. Oktober 2007

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