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Fraktion DIE LINKE: Bildungskonvent verdeutlicht - Landesregierung muss bei Schulentwicklungsplanung über den Tellerrand schauen

Zur 3. Sitzung des Bildungskonvents für das Land Sachsen-Anhalt heute im Landtag erklärt Jutta Fiedler, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Bildungskonvent:

Zur 3. Sitzung des Bildungskonvents für das Land Sachsen-Anhalt heute im Landtag erklärt Jutta Fiedler, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Bildungskonvent:

„Nach einer konstituierenden Sitzung im Juli dieses Jahres und einer arbeitsvorbereitenden Sitzung im September gab es heute die erste „richtige“ Arbeitssitzung. Vorausgegangen waren im Oktober jeweils zwei Beratungstage der Arbeitsgruppen „Schulentwicklungsplanung“ und „Verbesserung der Bildungschancen“.

Beide Arbeitsgruppen konnten dem Konvent heute keine „dauerhaft tragfähigen“ (siehe Beschluss des Landtages) Empfehlungen vorlegen, sie stecken noch im nicht öffentlichen Diskussionsprozess, der am 21. Januar 2008 fortgesetzt werden soll.

Zumindest für die Arbeitsgruppe „Schulentwicklungsplanung“ ergibt sich damit ein Problem: Ihre Empfehlungen werden den Zeitpunkt der Fertigstellung der nächsten „Verordnung zur Mittleren Schulentwicklungsplanung“ verpassen, denn diese will das Kultusministerium Ende 2007 veröffentlichen. Sie wird bis 2014 Gültigkeit haben. Wenn der Bildungskonvent 2008 Empfehlungen beschließen sollte, werden diese „sehr dauerhaft tragfähig“ sein müssen, denn sie können den Prozess erst ab 2014 beeinflussen.  

Bis dahin sind noch mehr Schulen geschlossen, bis dahin haben sich die Schülerzahlen stabilisiert, von da ab rutschen die Lehrerzahlen in ein nie gekanntes Tief.

Wir fordern die Landesregierung auf, bereits in die neue Verordnung kluge Überlegungen zum Lehrereinsatz aufzunehmen. Kriterien wie Schulgröße und Größe der Eingangsklassen sind ungeeignet, Kriterien wie Einwohner- und Schuldichte einer Region sind nicht ausreichend ohne den Blick auf die „Lehrerdichte“.
Noch sind ausreichend Lehrer da, aber demnächst verlassen Tausende aus Altersgründen den Schuldienst. Was helfen da die eben verkündeten 460 Neueinstellungen bis 2011? Und woher sollen die kommen, wenn das Lehramtsstudium in Halle mit dem Numerus clausus belegt ist, wenn die Seminare im Land nur begrenzt ausbilden können und wenn bundesweit in absehbarer Zeit die Hälfte der Lehrer ausscheidet und andere Bundesländer mit besseren Einstellungsbedingungen locken?

DIE LINKE fordert von der Landesregierung einen Blick über den Tellerrand  -  in Thüringen läuft seit einigen Jahren ein kluges Lehrerarbeitszeit-Modell, das indirekt auch auf den Bestand von Schulen wirkt.“

Magdeburg, 05. November 2007

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