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Thomas Lippmann

Große Lücken auf den Zeugnissen und in den Köpfen – Ungerechtigkeit wächst

Der gravierende Lehrkräftemangel führt in großer Zahl dazu, dass am Ende eines Schuljahres Zeugnisnoten nicht vergeben werden können, weil das Fach ein ganzes Jahr lang nicht erteilt wurde. Etwa 20.000 Schüler*innen in etwa 1.150 Klassen an den allgemeinbildenden Schulen sind davon betroffen – mit Abstand die meisten sind Schüler*innen an Grundschulen. Hier kommt fast jedes vierte Kind mit mindestens einer fehlenden Zeugnisnote nach Hause. Sehr oft fehlen aber auch gleich zwei oder drei Noten. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage hervor. Dazu erklärt Thomas Lippmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:

»Auf den Zeugnissen der Kinder und Jugendlichen bekommt der Mangel an Lehrkräften mehr und mehr ein erschreckend konkretes Gesicht. Die fehlenden Zeugnisnoten sind ein nicht mehr zu übersehender Nachweis über die Lücken, die der Unterrichtsausfall am Ende in den Köpfen der Schüler*innen hinterlässt. Jetzt zeigen sich auch die zunehmenden Ungerechtigkeiten bei der Verteilung des Mangels zwischen den Schulformen.

Dass dabei die Kernfächer bisher noch verschont sind, ist kein Trost. Es ist absehbar, dass der fortschreitende Mangel am Ende auch vor Deutsch, Mathematik und Englisch nicht halt machen wird. In den Berufsschulen gibt es auch hier bereits die ersten Fehlstellen. Außerdem wäre es fatal zu glauben, bei der Bildung der Kinder könnte zur Not auf Musik und Kunst, auf Sport oder Ethik verzichtet werden.

Die Dimension der Defizite an den Grundschulen ist völlig inakzeptabel und muss dringend reduziert werden. Die wachsende Benachteiligung der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen gegenüber den Gymnasien, die sich in einer dreifach höheren Zahl fehlender Zeugnisnoten zeigt, spaltet die Schülerschaft und verschärft die Chancenungleichheit im gegliederten Schulsystem. Sehr bedenklich ist darüber hinaus, dass an den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen gerade der Bereich Wirtschaft, Technik, Hauswirtschaft stark vom Unterrichtsausfall betroffen ist. 

Das Fehlen von Zeugnisnoten markiert nur die Spitze des Mangels. Wie viele Noten am Jahresende vergeben werden, obwohl kaum Unterricht erteilt wurde, verrät die Antwort der Landesregierung nicht. Es muss endlich mehr getan werden, um das Recht der Schüler*innen auf gute Bildung an allen Schulen zu gewährleisten und die verfügbaren Lehrkräfte in den Schulformen und in den Regionen des Landes gleichmäßiger einzusetzen.«


Pressekontakt

Pressesprecher Alexander Sorge

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