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Andreas Höppner, Stephan Krull

Der Landesverband DIE LINKE Sachsen-Anhalt erklärt seine Solidarität mit den Beschäftigten von Glencore und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

Glencore ist einer der weltgrößten Rohstoffproduzenten und Rohstoffhändler mit Bergwerken, Hüttenwerken, Raffinerien und Schiffen; vor dem Börsengang vor einigen Jahren das Sinnbild für „verschwiegene Geschäfte“. Hauptsitz des Konzerns mit ca. 60.000 Beschäftigten ist die britische Kanalinsel und  Steueroase Jersey. Aus der Schweiz heraus wird der Konzern von Ivan Glasenberg und Alex Beard geführt, die durch ihre Geschäfte unermesslich reich geworden sind. Größter Einzelaktionär ist die Holding des Terrorstaates Katar, aber auch die Firma BlackRock unter  Führung des CDU-Politikers Merz hält ein großes Aktienpaket.

In Magdeburg ist eine vergleichbar kleine Abteilung des Konzerns – um so ärgerlichen, dass sich die Verantwortlichen weigern, mit der zuständigen Gewerkschaft IG BCE einen Tarifvertrag abzuschließen. Produziert wird in Magdeburg hauptsächlich Biosprit auf Rapsbasis mit etwas mehr als 100 Beschäftigten an sieben tagen in der Woche rund um die Uhr.

Nun kommt es wohl zu harten Tarifauseinandersetzungen, da die friedlichen Verhandlungen nach über einem halben Jahr zum erliegen gekommen sind: Ganz bescheiden fordert die Gewerkschaft  nicht mehr als die Anwendung des Tarifvertrages bezogen auf Entgelt, Arbeitszeit und alle anderen wesentlichen Inhalte – eigentlich eine Selbstverständlichkeit! 

Aber, so berichtet die IG BCE, die Magdeburger Geschäftsführung von Glencore hält sich nicht an Verabredungen, sagt Verhandlungstermine ohne Begründung ab und lässt nur noch über Rechtsanwaltskanzleien kommunizieren.  Jüngst wollten sie rechtswidrig gar den Betriebsrat zu Entgeltverhandlungen auffordern, um die Gewerkschaft zu verdrängen, was der Betriebsrat nachvollziehbar abgelehnt hat. Nun bestreiten sie – um auf Zeit zu spielen – die Zuständigkeit der IG BCE. 
 
In seinen Unternehmensleitlinien sagt der Glencore-Konzern zu, die Menschenrechte, die Gewerkschaftsrechte, die Rechte der Beschäftigten und ihrer Vertretungen zu respektieren: »Wir sind uns bewusst, dass sich unsere Tätigkeiten auf unsere Gesellschaft und die Umwelt auswirken können. Wir nehmen unsere Leistungen in den Bereichen Umweltschutz, Menschenrechte und Arbeitsschutz sehr ernst. Wir respektieren die Rechte unserer Mitarbeiter und Auftragnehmer, einschließlich der Versammlungsfreiheit und Tarifvereinbarungen.« Die Realität in Magdeburg sieht leider genau gegenteilig aus! Oder weiß die Konzernleitung vielleicht gar nicht, was das örtliche Management hier treibt?
 
Um Bewegung in die festgefahrene Tarifrunde zu bringen und den Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, ruft die IG BCE am 25. Juni 2019 in Magdeburg zu einer Protestkundgebung auf (13 Uhr vor dem Werk in Magdeburg am Hansehafen 8). 

Der Landesvorsitzende der Linkspartei, Andreas Höppner und der Sprecher der AG Betrieb und Gewerkschaft, Stephan Krull erklären: »Die Linke unterstützt die Beschäftigten in ihrem berechtigtem Bemühen auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, für die Anpassung der Arbeitszeit und Mitbestimmung über die Arbeitsbedingungen. Solidarität ist unsere Alternative zur Spaltung der Beschäftigten in den Branchen und zwischen Ost und West. Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen sowie ihrer Gewerkschaft viel Erfolg und werden den Arbeitskampf nach unseren Möglichkeiten unterstützen.«

Andreas Höppner (Landesvorsitzender DIE LINKE. Sachsen-Anhalt)
Stephan Krull (Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft)


Pressekontakt

Pressesprecher Alexander Sorge

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