Das krasse style-Element
 
6. Februar 2018 Andreas Höppner

Wichtige Signale, jedoch mit Hintertür

Der Landesvorsitzende Andreas Höppner zu den Verhandlungsergebnissen der IG Metall mit den Arbeitgebern der Metall und Elektroindustrie:

Galt in der letzten Woche das Thema Arbeitszeitverkürzung noch als nicht verhandelbar, haben die Ergebnisse nun genau in diesem Punkt einen wichtigen Erfolg erzielt, der durchaus als zukunftsweisend bewertet werden darf. Der Erfolg ist nicht zuletzt durch die Warn-Streiks der Beschäftigten vor Ort erreicht worden.

Positiv ist hervorzuheben, dass die Forderung nach einem neuen Normalarbeitszeitverhältnis in die gesellschaftliche Debatte getragen wurde. Eine Wochenarbeitszeit zwischen 28 und 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich halten wir für zukunftsfähig. Das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass sich abhängig Beschäftigte im Durchschnitt eine 36-Stundenwoche wünschen. 

Was unter dem Deckmantel der »Flexibilisierung der Arbeitszeit« daherkommt und die Möglichkeit der Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden mitbringt, birgt das Risiko, dass die Arbeitgeber künftig deutlich mehr 40-Stunden-Verträge abschließen werden. Insbesondere in Hinblick auf Neueinstellungen braucht es hier klare Regelungen.

DIE LINKE. Sachsen-Anhalt fordert für die neuen Bundesländer die Angleichung der Tarifabschlüsse, sowohl beim Lohn als auch bei der Arbeitszeit. Es muss deutlich werden, dass auch in den neuen Bundesländern die 35-Stunden-Woche kommen muss. Außerdem muss Schluss damit sein, den Wunsch nach mehr Lohn und mehr Freizeit gegeneinander auszuspielen.