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11. September 2017 Andreas Höppner

Klare Ansage: 77 000 Unterschriften gegen den Bildungsmangel

Die im Mai 2017 gestartete Volksinitiative wird heute 96 550 Unterschriften im Landtag übergeben. Gültig sind davon laut Volksinitiative rund 77 000 Unterschriften. 30 000 Unterschriften hätten bereits ausgereicht, um den Landtag damit zu befassen. Im Bündnis „Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!“ aus Elterninitiativen, Gewerkschaften, Lehrer- und Schulverbänden ist auch DIE LINKE. Sachsen-Anhalt aktiv. Zur Unterschriftenübergabe erklärt der Landesvorsitzende Andreas Höppner:

Die 77 000 gültigen Unterschriften sind ein großer Erfolg und eine große Verpflichtung zugleich. „1 000 Lehrkräfte und 400 pädagogische Lehrkräfte mehr“ ist die erste Forderung der Initiative – mindestens 77 000 Menschen haben dieser Forderung nun großen Nachdruck verliehen. Wir danken allen, die die Volksinitiative unterstützt und ihr Anliegen weiter verbreitet haben, allen, die auch in der LINKEN aktiv waren, allen, die sich mit ihrer Unterschrift für eine verantwortungsvolle Personalpolitik an den Schulen und mehr Qualität in der Bildung des Landes einsetzen.

Die aktuellen Zahlen der fehlenden Lehrkräfte am Beginn des neuen Schuljahres machen die Forderungen der Volksinitiative noch dringlicher. Die Gesamtzahl von insgesamt fast 97 000 erreichten Unterschriften, (20 Prozent sind laut Volksinitiative leider nicht gültig), sowie die schnelle Sammlung sehen wir als zusätzliche Problemanzeiger, - der Unterrichtsausfall und der Lehrermangel sind zu Alltagserfahrungen Vieler geworden. In den Schulen brennt es, besonders Eltern und Großeltern musste man am Stand nichts mehr erklären, sondern einfach nur noch zuhören.

Die Unterschriften sind ebenfalls tausendfach kleine Schritte demokratischer Selbstermächtigung. Auch dies verdient in einer Zeit voller Scheindebatten und rechter Panikmache unsere Anerkennung. Die Initiatorinnen und Initiatoren haben sachlich und informativ ein wirkliches Problem Tausender Familien angesprochen und zu mehr öffentlicher Wahrnehmung verholfen. Die Initiative zeigt Lösungswege und entsprechende politische Forderungen auf. Es geht um den Schulerfolg, um die Chancen und Grundlagen für den weiteren Bildungsweg von Tausenden Schülerinnen und Schülern in Sachsen-Anhalt. Also um nichts weniger als ein Herzstück der Landesentwicklung.

Der Volksinitiative ist es über verschiedene Kommunikationskanäle gelungen, individuelle Erfahrungen zu strukturellen Defizitanzeigen zu bündeln. Die Landesregierung und das Bildungsministerium sollten sehr offen und mit hoher Konzentration an die wirksame Bearbeitung des Personalmangels gehen. Weder Beschwichtigungsversuche, Einzelfall-Argumentationen und Verweise auf fehlende Daten wie bisher sind weiter angebracht. Selbstaufgestellte Hürden zur Gewinnung neuer Lehrerinnen und Lehrer sind konsequenter als bisher abzubauen, die Ausbildungskapazitäten aufzustocken, Wege für Quereinsteiger sind wirksam zu öffnen. DIE LINKE wird weiterhin mit aller Kraft für die fachpolitischen Lösungswege, für die angemessene Ausstattung unserer Schulen, für mehr Qualität in der Bildung des Landes streiten. Mit mindestens 77 000 Mal mehr Nachdruck auf unserer Seite.