Das krasse style-Element
 
6. August 2018 Andreas Höppner

Keine Entlassungen sondern Investitionen in die Neuausrichtung des Unternehmens

Das Unternehmen Enercon will sich nach eigener Auskunft stärker auf internationale Märkte ausrichten.  Nachdem der deutsche Markt weitgehend abgegrast und die Subventionen abgegriffen sind, heißt es also „Flucht ins Ausland“.  Das schlägt sich bereits in den Ergebnissen der UEE-Holding GmbH nieder, die den Umsatz auf 5,2 Milliarden Euro erhöhen konnte, bei gleichzeitiger Senkung der Personalkosten. Dazu erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher Andreas Höppner:

„Der Windkraftanlagenhersteller Enercon schwimmt auf der Umweltwelle und seine Eigentümer gehören zu den Superreichen in Deutschland. Erwirtschaftet wird dieser Reichtum durch mehr als 20.000 Beschäftigte und eine kräftige Subventionierung der Windenergie mit Steuergeldern. Kaum bläst dem Unternehmen aber mal der Wind ins Gesicht, fällt jede soziale Verantwortung ab. Nach der Enercon-eigenen Rotorblattfertigung Magdeburg mit 140 Beschäftigten soll jetzt der Bereich WEC mit 135 Entlassungen in Magdeburg und 800 Entlassungen in Ostfriesland geschlossen werden.

Enercon ist für seine negative Haltung gegenüber Gewerkschaften bekannt. Enercon hat immer versucht, gewerkschaftliche Organisationen seiner Mitarbeiter zu verhindern. Es wurde von massiven Einschüchterungen und Entlassungen von Enercon-Mitarbeitern berichtet, die einer Gewerkschaft beitraten oder sich für die Gründung von Betriebsräten eingesetzt haben. Gewerkschafter kritisieren zudem den hohen Anteil von Leiharbeitern an der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Enercon-Gruppe, ebenso die Tatsache, dass Enercon den Flächentarifvertrag nicht anwende und daher unterdurchschnittlich bezahle.

In schlechter Erinnerung  ist aus Magdeburg der versuchte Rausschmiss des Betriebsrates Nils-Holger Böttger, der nur durch das Arbeitsgericht seinen Arbeitsplatz und das Recht, einen Betriebsrat zu gründen, verteidigen konnte. Vor einem Jahr, im August 2017, war Enercon im Visier der Magdeburger Staatsanwaltschaft. Sie ermittelte gegen die Enercon-Gesellschaft WEC Turmbau wegen Sozialversicherungsbetrugs.

Die Fraktion DIE LINKE fordert, dass es keine Entlassungen geben darf, sondern aus dem Vermögen der Eigentümer in die Neuausrichtung des Unternehmens investiert werden muss. Eigentum verpflichtet und soll dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Diese Neuausrichtung des Unternehmens muss unter Mitbestimmung der Beschäftigten, ihrer betrieblichen und gewerkschaftlichen Vertretung sowie von Umwelt- und Naturschutzverbänden erfolgen.“