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14. Oktober 2017 Thomas Lippmann

Deutschland verspielt seine Zukunft - Sachsen-Anhalt im Strudel des Personalabbaus Am 13. Oktober wurde durch das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der IQB-Bildungstrend 2016 – Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am En

Am 13. Oktober wurde durch das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der IQB-Bildungstrend 2016 – Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende der 4. Jahrgangsstufe vorgestellt. Das Institut hat dabei in den grundlegenden Kompetenzen, die für das weitere erfolgreiche Lernen von zentraler Bedeutung sind, im Vergleich zur Studie 2011 deutliche Verschlechterungen festgestellt, von denen fast alle Bundesländer betroffen sind. Sachsen-Anhalt gehört mir zu den größten Verlierern im bundesweiten Vergleich. Dazu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Lippmann:

»In der Grundschule werden die entscheidenden Grundlagen für den Lernerfolg in den weiterführenden Schulen bis hin zur Berufsausbildung und zum Studium gelegt. Was in der Grundschule versäumt wird, kann später nicht mehr aufgeholt werden. Außerdem werden in Folge der frühen Schullaufbahnentscheidungen nach Klasse 4 vielen Kindern die Wege zu höheren Schulabschlüssen und eine bessere Berufsperspektive verbaut und Bildungsungerechtigkeit befördert, wenn die Bildungsqualität in der Grundschule vernachlässigt wird.

Die Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt konnten bisher in den verschiedenen internationalen und bundesweiten Schulleistungsstudien in Klasse 4 überdurchschnittliche Leistungen nachweisen und befanden sich im nationalen und internationalen Vergleich im oberen Leistungsdrittel. Diese Position kann Sachsen-Anhalt offensichtlich nicht mehr halten und fällt ins Mittelfeld zurück. Nach den aktuellen Ergebnissen des IQB gehört Sachsen-Anhalt innerhalb einer insgesamt negativen Entwicklung mit zu den größten Verlierern.

Seit mehr als einem Jahrzehnt betreibt die Landesregierung nun schon einen irrwitzigen Personalabbau besonders an den Grundschulen, so als ob es keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiter*innen und dem Bildungserfolg der Schüler*innen gäbe. Die Fraktion Die LINKE hat immer wieder darauf hingewiesen, dass für diese rücksichtslosen Kürzungen am Ende ein hoher Preis zu zahlen ist. 

Mit dem IQB-Bildungstrend 2016 wurde uns jetzt die erste Rechnung dafür präsentiert. Es ist absehbar, dass es nicht die letzte bleiben wird, wenn nicht endlich wirklich umgesteuert wird. Der Antrag von fast 100.000 Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrer Unterschrift die erfolgreiche Volksinitiative „Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!“ unterstützt haben und die damit eine schnelle und deutlich Aufstockung des pädagogischen Personals fordern, ist vielleicht schon eine der letzten Gelegenheiten für die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen, endlich Vernunft anzunehmen und die bisher nur vollmundig angekündigte Wende in der Personalpolitik tatsächlich herbeizuführen.«